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„Tue Gutes und rede darüber“

Interview mit dem Wirtschaftsstandort Niederrhein: Soziales Engagement als Teil der Unternehmenskommunikation

Ist der Spruch „Tue Gutes und rede darüber“ noch zeitgemäß? Wenn wir „reden“ als jede Art von Kommunikation verstehen – dann selbstverständlich. Georg-Volkmar Graf Zedtwitz-Arnim hat in seinem gleichnamigen Buch bereits 1960 formuliert, dass Aufmerksamkeit die Währung unserer Zeit ist. Und er hat angeregt, Anlässe zu schaffen, die Aufmerksamkeit erzeugen, gerade auch durch soziales Engagement.

Ist ehrenamtliches Engagement für Unternehmen nützlich? Wenn sich Unternehmen für das Gemeinwohl engagieren und dadurch bekannter werden, ist beiden Seiten gedient – und zugleich ein nachahmenswertes Beispiel für andere Unternehmen gegeben. Soziales Engagement schafft Reputation – und damit eine Grundlage für alle Stakeholder, sich besser und sicherer entscheiden zu können. Denn Reputation verhilft Menschen, einen Geschäftspartner besser einschätzen zu können.

Welchen Wert hat Reputation? In der Kommunikationswissenschaft bezeichnen wir Reputation als symbolisches Kapital. Der Wert drückt sich in dem Grad der Übereinstimmung zwischen Unternehmen und Gesellschaft aus. Ob ein Unternehmen im Konsens mit den Überzeugungen der Menschen in seinem Umfeld steht oder nicht, entscheidet mit über seinen wirtschaftlichen Erfolg. Ebenso wie der Wert einer Unternehmensmarke oder von Patentrechten zählt eine gute Reputation zum immateriellen Firmenvermögen.

Und erwachsen daraus wirtschaftliche Vorteile? Natürlich entscheiden sich Kunden bei Angebotsgleichheit und identischer Qualität im Zweifel für das Unternehmen mit dem besseren Ruf und einem höheren Bekanntheitsgrad. Viele Unternehmen vergeben Aufträge nur an Lieferanten, die sich sozial engagieren und sich dafür freiwillig zertifizieren lassen. Und sogar Finanz-Analysten beurteilen börsennotierte Unternehmen auch nach deren Reputation und ihrem ehrenamtlichen Engagement. Sie wissen: Dies steigert langfristig den Marktwert.

Sollte soziales Engagement dem Zufall überlassen bleiben?Ehrenamtliches Engagement muss immer zum Unternehmen, zu seiner Kultur und seinen Zielgruppen passen. Nur dann werden Corporate Social Responsibility und Corporate Volunteering zu einem wertvollen Teil einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie. Es ergänzt und verstärkt andere Aktivitäten, mit denen Unternehmen Bekanntheit, Image und Reputation erlangen.  Daher muss es unbedingt strategisch geplant und umgesetzt werden.

5 Schritte zum Erfolg

  1. Schaffe Anlässe, damit über Dich berichtet wird.
  2. Werde mittel- und langfristig zu einem Vorbild für andere, damit alle über Dich reden.
  3. Arbeite aktiv und langfristig an Deiner Reputation.
  4. Nutze das Ehrenamt als Chance, um das eigene Unternehmen voranzubringen.
  5. Mit einem Wort: Tu Gutes und rede darüber.

Zur Person Michael Obst ist Journalist, Marketing-Kaufmann und PR-Berater. Er ist Inhaber der Agentur Relations & Co Kommunikation und Marketing in Mönchengladbach, zu deren Schwerpunkten die Unternehmenskommunikation in den Bereichen Unternehmensrestrukturierungen, Logistik, Maschinenbau, Metallverarbeitung, Lebensmittel und Wirtschaftsförderung zählt. Die Agentur unterstützt Kunden mit Kommunikation und Marketing weltweit. Michael Obst ist Lehrbeauftragter für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit an der Hochschule Niederrhein, gehört dem Deutschen Verband der Fachjournalisten (DFJV) an und ist Vorsitzender des Niederrheinischen Pressevereins e.V. im Deutschen Journalisten-Verband (DJV).