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Mit Expertise aus der Krise

Expertenkreis im BVMW empfiehlt Aktivitäten „contra Corona“

Die Unternehmen im niederrheinischen Expertenkreis im Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) sind von der Corona-Krise ebenso betroffen wie die meisten mittelständischen Firmen auch. Anlässlich einer Bestandsanalyse unter den Mitgliedern ergaben sich wertvolle Hinweise, wie Unternehmer die Krise auch als Chance begreifen und sich für die Zeit nach der Pandemie besser aufstellen können.

Dirk Brademann, Geschäftsführer von Brademann Maschinenbau GmbH & Co. KG, verzeichnet eine „fast normale“ Auftragslage. Da einige Mitarbeiter erkrankt sind, bedeutet dies für ihn und den Rest der Belegschaft unter dem Strich sogar mehr Arbeit. Gemeinsam mit dem Experten-Kollegen Bernd Schiele (Schiele Consulting) nutzt er die Zeit, um Arbeitsabläufe zu verschlanken und für Kunden Automatisierung und Digitalisierung voranzutreiben. „Schließlich sind automatisierte Prozesse und Roboter resistent gegen Corona und helfen uns mittel- und langfristig, unabhängiger und wettbewerbsfähiger zu werden.“ Die Beobachtung der beiden Experten: Viele nutzen die scheinbare Zwangspause, um Quellen der Verschwendung im eigenen Unternehmen zu identifizieren und zu beseitigen. Der sogenannte „Waste walk“ führt zu Einsparungen im Bereich von Energie, Material und Arbeitszeit und stärkt Unternehmen auf Dauer – und ist sogar nützlich für die Umwelt. http://www.brademann-maschinenbau.de http://www.schiele-consulting.com

Für Rechtsanwalt Patrick Gilliand geht es um Zahlungsmoral, die Überwindung der Krise und langfristiges Vertrauen. „Wir haben bereits Anfang Februar erlebt, dass Mandanten in Zahlungsschwierigkeiten gerieten, weil ihnen das Geschäft mit China wegbrach“, berichtet der Fachanwalt. „Für uns haben wir klipp und klart entschieden, Rechnungen sofort zu bezahlen, auch wenn dies unsere Liquidität strapaziert. Die Weichen für den Aufschwung werden jetzt gestellt, indem Kapital im Umlauf bleibt.“ Er sei überzeugt, dass eine hohe Zahlungsmoral sich nach der Krise bezahlt mache. „So schafft man Vertrauen und stärkt die Partnerschaft.“ www.gilliand.de

Immobilienmakler Arno Carstensen verfügte schon vor der Corona-Pandemie eine „ausgeprägte digitale DNA“. Jetzt habe er den Digitalisierungsgrad auf über 95 Prozent hochgeschraubt und führe Beratungstermine, Besichtigungen und Bewertungen fast ausschließlich online durch. „So können wir unseren Teil dazu beitragen, um private und gewerbliche Kunden zu schützen“, sagte Carstensen. Dass er mit seinem Team weiterarbeiten kann, hat er Schulungen und Qualifizierungen zu verdanken. Mindestens zwölf Stunden pro Woche verbringen er und seine Mitarbeiter mit Weiterbildungs-Webinaren und Videokonferenzen. Das trug ihm sogar Lob vom Wirtschaftsmagazin Focus ein, das ihn erneut als „Top-Makler Deutschlands“ auszeichnete. http://immobilien-carstensen.de

Markus Dannhauer, Inhaber von mdcp Agentur für Live Marketing & Messen, ist sicher: „Den Kontakt zu Kunden und Lieferanten aufrechtzuerhalten, ist das Wichtigste. Wenn wir zukünftig wieder Veranstaltungen und Messen, wird es uns helfen, mit einem raschen Neustart wieder am Markt zu sein.“ Im Übrigen nutze er die Zeit, um Ausstellungskonzepte zu überdenken und effizienter zu gestalten und die Lagerbestände zu sichten. http://www.md-cp.com

Stets die aktuelle Entwicklung von Corona-Förderhilfen im Blick zu halten, rät Steuerberater Frank Kirsten. „Daneben existieren viele alternative kurzfristige finanzielle Entlastungen, wie Stundung von Dauerschuldverhältnissen, Verbrauchskosten sowie Stundung und Herabsetzung von Steuerzahlungen“, sagt der Partner der Kanzlei Schnitzler und Partner.

Frank Kirsten weiter: Unternehmer kämpfen jetzt mindestens an zwei Fronten. Zum einen müssen die finanziellen Verpflichtungen, die sich aus der Corona-Krise ergeben haben, gestemmt werden. Zum zweiten ist es wichtig das Unternehmen wieder Lebensfähig zu machen, indem die Kapitalausstattung neu ausgerichtet wird.“ Er rät zu einer betriebswirtschaftlichen Aufstellung des Unternehmens, die schon jetzt unter Berücksichtigung unter Verbindlichkeiten der nächsten Jahre erfolgen müsse. Die wirtschaftliche Überlebensfähigkeit des Unternehmens hinge davon ab, sich nicht nur auf die aktuelle Situation einzustellen, ondern vorausschauend zu handeln. http://www.schnitzler-und-partner.eu

DSC Medien setzt alles daran, gerade Kunden aus dem Einzelhandel mit Online-Aktivitäten zu unterstützen. Geschäftsführer Andreas Kretschmer empfiehlt, Umsatzverlusten durch Schließung des Ladengeschäfts mit Hinweisen im Shop und mit einer auf die aktuelle Situation abgestimmte Website entgegenzuwirken. „Beratungs- und Verkaufsgespräche lassen sich einfacher, verbindlicher und kundenfreundlicher mit integrierten Terminkalendern und Reservierungsmöglichkeiten gestalten“, sagte der Onlinemarketing-Spezialist. „So zeigen Sie Ihren Kunden, dass Sie aktiv und für sie da sind!“  Mit Aktionsangeboten und einem attraktiven Online-Shop ließe sich zudem der Umsatz ankurbeln. www.dsc-medien.de

Michael Obst, Inhaber von Relations & Co Kommunikation und Marketing, stellt fest: „Viele Unternehmen arbeiten jetzt intensiv an ihren Websites. Dies bezieht sich nicht nur auf die Gestaltung und Programmierung, sondern gerade auch auf die Inhalte.“ Nach seiner Beobachtung unterlassen viele Unternehmer lebensnotwendige Kommunikation. „Gerade jetzt kommt es auf Transparenz, Verständlichkeit und Geschwindigkeit an. In der Krise mit Kunden zu reden, macht einen guten Eindruck und sichert das Vertrauensverhältnis“, sagt der Kommunikationsexperte. Zudem zeichne sich ab, dass zahlreiche Firmen sich „rekonfigurieren“ und gegenüber ihren Kunden anders auftreten müssen, auch weil in der Gesellschaft ein Wertewandel stattfinde. Dieser Vorgang müsse entsprechend kommuniziert werden. www.relations-co.de

Fünf konkrete Handlungsempfehlungen hat Jörg Roffmann von Roffmann Consulting entwickelt, damit Unternehmen gerade in der Krise die Zeit für ihre Mitarbeiterentwicklung nutzen können. Er empfiehlt: „Schauen Sie genau hin. Wo sind Möglichkeiten für Lob und Anerkennung gegeben?  Reflektieren Sie zweitens in persönlichen Gesprächen die Erfahrungen und das Verhalten eines jeden Mitarbeiters. Bitten Sie weiter Ihre Mitarbeiter um Feedback für Ihre eigene Weiterentwicklung. Besprechen Sie viertens mit Ihrem Team ‚Was war gut und sollte beibehalten werden‘.“

Aus seiner Sicht solle gerade jetzt Wert auf den Zusammenhalt gelegt werden. „Entwickeln Sie ein „starkes Warum“ und geben Sie Ihren Mitarbeitern eine klare Orientierung, wie es zukünftig weitergehen wird. Informieren Sie regelmäßig – auch nach der Krise!“ http://www.roffmann-consulting.de

100 Stunden Experten-Rat

Suchen Sie als Unternehmer einen Experten-Rat oder auch nur einen Sparringpartner, um aktuelle Aufgabenstellungen zu besprechen? Der Expertenkreis Niederrhein im BVMW stellt dafür kostenlos eine Beratungskontingent in Höhe von insgesamt 100 Stunden zur Verfügung. Wer dieses Angebot nutzen möchte, wende sich an die einzelnen, hier zitierte Experten oder schreibe an https://expertenkreis-niederrhein.de/kontakt/